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Auch in diesem Jahr wieder hatte Gerry Hogan, unermüdlicher Veranstalter dieses Festivals, dafür gesorgt, daß eine Menge geboten
wurde. Eröffnet wurde diese Veranstaltung von dem diesjährigen Hauptakt aus den USA, Joe Wright. In den USA zählt er sicherlich zu den bekanntesten Steelern
und seit vielen Jahren ist er in der Welt unterwegs und spielte unter anderem mit Charley Pride und auf den Alben der Marshall Tucker Band. Heutzutage ist er
mit seinem eigenem Programm, das außer einem wirklich einmaligen "Pedalsteelfeeling" auch eine Menge Comedyeinlagen enthält, unterwegs. Auch gehört
Joe Wright zu den wenigen Steelern, die sich nicht scheuen auch mal härtere Töne anzuschlagen. Gelegentliche Einlagen mit Verzerrung machten dem Zuhörer klar,
daß die Steel Guitar auch für Blues und Rockmusik eingesetzt werden kann. Der Gast aus Irland, Richard Nelson, kam wegen eines verspäteten Flugzeugs nicht
rechtzeitig zur Show, so daß der Auftritt von Derek Thurlby vorgezogen wurde. Er füllte diese Lücke, wie gewohnt, brillant. Dann kam Richard und ließ hören,
wie die Steel in Irland klingt. Auch kündigte er das erste Steel Guitar Festival in Irland an. Es findet am 7./8. September in Drogheda bei Dublin statt. Unter
anderem werden Doug Jernigan und Sarah Jory dort spielen. Nach einem Auftritt von Dave Hayward spielte noch einmal Joe Wright sein von Comedy durchsetztes
Programm, das Besucher des St. Louis Festivals schon seit mehreren Jahren begeistert und zum Lachen bringt. Auch in England hatte Joe mit diesem Programm einen
vollen Erfolg. Der Sonntag wurde von Norman Flechter und seiner Hawaiin Steel eröffnet. Auch hier kam ein Instrument, das wir aus der Jazzmusik kennen, zum
Einsatz. Begleitet wurde er von einem Vibraphonisten, eine Mischung, die das Publikum immer wieder begeistert. Dann kam die große Überraschung des Wochenendes.
Albert Lee hatte an diesem Wochenende einen Auftritt in London und wurde von Gerry gefragt, ob er nicht Lust hätte ein paar Stücke zum Besten zu geben. Albert
Lee wird auf seinen Europatouren von den Hogan Heroes begleitet, wo Gerry Hogan neben Bandleader auch Steel Gitarrist ist. Das Programm von Albert Lee macht
wohl jedem Gitarristen klar, wie weit man es mit einer elektrischen Gitarre bringen kann, und man bekommt eine Vorstellung davon, wieviel man dafür üben muß.
Leider kam der aus England kommende Dave Kirk mit seinem Programm ein wenig zu kurz, da ein extra Soundcheck für Albert Lee gemacht wurde. Dave war gut wie
immer. Als herausragend darf man sicherlich auch den Auftritt von J. B. Cole bezeichnen, der neben seinem “normalen” Programm auch einige Stücke aus dem
Bereich der klassischen Musik spielte und sich dabei von einem Cello unterstützen ließ. Auch Colin Goss aus Jersey war gekommen, um uns zu beweisen, daß es
auch gute Steeler auf den Kanalinsel gibt. Den Abschluß des Festivals am Sonntagabend machte wieder Joe Wright, der in seinem 90 minütigen Auftritt
Hörerwünsche erfüllte. Alles in allem war es wieder mal ein total gelungenes Festival. Gerry Hogan gab zum Schluß noch bekannt, daß auch 2003 wieder ein
Festival stattfinden würde, was danach kommt wüßte er noch nicht. Darum kann ich nur jedem, der sich für Steel Guitar interessiert oder begeistert raten,
nächstes Jahr nach England zu fahren, wenn es heißt “Welcome to the 20th Steel Guitar Festival in Newbury”.
Fred Heyden
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