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Am 10.10., kurz vor meiner Abreise aus Nashville, war ich morgens um 7.45 Uhr noch bei einer Pressekonferenz von Garth Brooks in der Hall of
Fame. Neben einem großen Presseaufgebot hatten Fans die Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen, die er mit gewohnter Freundlichkeit, Wärme und Gelassenheit beantwortete.
Garth Brooks stellte seine neue Single "Wrapped up in you" vor und wies auf die Veröffentlichung seines Albums "Scare Crow" am 13. November 2001
hin. Dieses Album sieht er als sein persönlichstes. Mehr als 8.000 Songs hatte er selbst angehört, um die richtigen "Garth-Brooks-Songs" zu finden. Hinter
der Produktion steht kein Konzept wie in "Fences" oder "Sevens". Es ging ihm darum, etwas zu schaffen, das ihm aus dem Herzen spricht - auch wenn es
vielleicht in kein Sendeformat paßt. So sind z.B. viele Titel 4 ½ Minuten und länger. Sein Motto: "think with your heart". Er gab außerdem bekannt, daß er zum
ersten Mal einen offiziellen Endorsement Deal mit der Getränkefirma Dr. Pepper abgeschlossen hätte. Geplant seien Werbekampagnen, in denen weniger etwas über das Produkt
als über einen Lebensstil gezeigt wird, den er als Persönlichkeit vertritt. Im Mittelpunkt stehe die Haltung "to be proud to be an individual". - Natürlich
äußerte sich Garth auch zu den Ereignissen vom 11.9., nicht nur verbal. Zu Beginn der Konferenz traten Soldaten des Marine Korps mit der amerikanischen Flagge auf die
Bühne. Davor stellte sich eine Schulklasse und sang ein patriotisches Lied während jedes der Kinder mit einer kleinen Fahne wedelte. Garth sagte später, er begrüße es, daß
jetzt wieder so viele amerikanische Flaggen überall zu sehen wären, es sei nur traurig, daß es dafür so einen schrecklichen Anlaß geben mußte. Er selbst habe sich in
dieser Zeit so unwichtig und hilflos gefühlt, da er kein Feuerwehrmann sei oder ähnlich konkret helfen konnte. Aber für ihn und für alle Künstler werde es noch Gelegenheit
geben, einen Beitrag zu leisten.
Für mich war es das erste Mal, daß ich Garth Brooks live erlebt habe und er darf mich ab diesem Tag zu seinen Fans zählen. Sehr
gefreut und ermutigt hat mich noch, daß er auf die Frage einiger Mädchen im Alter von 16 - 18 Jahren nach seinem Rat für eine Gesangskarriere sagte: Ihr habt noch
sehr viel Zeit. Die Stimme fängt erst mit 26 oder 27 Jahren an zu reifen. Und studiert erst mal das Leben und werdet Euch darüber klar, worüber ihr eigentlich singen
wollt. Findet euch selbst und Euren eigenen Stil und laßt euch nicht von der Musikindustrie unter Druck setzen. - Genau !
Ansonsten bin ich froh, daß der
Rückflug etwas angenehmer war als der Hinflug am 11.9. - ich war gerade auf dem Flug nach Atlanta als mitgeteilt wurde, es gäbe Terrorprobleme in den USA, alle Flughäfen
seien geschlossen worden und wir müßten nach Paris zurück. Wieder gelandet kursierten die wildesten Gerüchte. Ein Franzose, der über ein Handy mit jemandem sprach,
verbreitete, es sei ein Krieg zwischen den USA und China ausgebrochen und schon 11 Millionen Menschen getötet worden. Es gab Tränen und Panik. Ich malte mir aus,
vielleicht jahrelang meine Freunde nicht wiedersehen zu können. Dann endlich wurden die Flughafenfernseher auf CNN umgestellt und wir sahen die ersten Bilder vom
World Trade Center. Wahnsinn und schlimm genug - aber immerhin doch noch nicht sofort der dritte Weltkrieg. - Nach fünf Tagen Paris bin ich dann doch noch in
Nashville gelandet. Und man hat sich sogar noch für meine neue CD "On my Way" interessiert. Life must go on.
Katja Kaye
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