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1948 herrscht Großgutbesitzer John Wallace (Andy Griffith) mit ungerechter Härte über seinen Besitz, dem Kingdom, im Maryweather County. Wilson
Turner, Landarbeiter und Pächter einer kleinen Farm von Wallace, wird mit seiner Familie vom Kingdom vertrieben. Aus Rache klaut er Wallace eine Kuh. Auf frischer Tat
ertappt wird dieser ins Gefängnis eines Nachbarcountys gebracht. Doch John Wallace will das Gesetz in die eigenen Hände nehmen und sorgt für die Überstellung ins
Gefängnis von Maryweather. Dort wird der arme Turner zum schein entlassen, um ihn dann auf der "Flucht" umzubringen. Wallace verfolgt Turner bis ins Coweta
County und erschießt ihn dort. Ein Fehler, denn in Coweta ist nicht mehr Sheriff Hardy Collier zuständig, sondern Sheriff Lamar Potts (Johnny Cash).
Lamar Potts ist ein Mann mit einem ausgeprägten Sinn für
Gerechtigkeit. Er schickt sich an den Mord aufzuklären. Die Ermittlungen gestallten sich ausgesprochen schwierig, weil im Maryweather County irgendwie jeder von Wallace
abhängig ist oder ihn für einen guten Christen hält, der ja schließlich auch die neuen Bänke für die Kirche kauft. Lamar Potts bringt es mit einem Satz auf den Punkt:
Wallace kauft keine Bänke, Wallace kauft Menschen. So ist auch Maryweathers Sheriff Hardy Collier von Wallace
abhängig und bei der Aufklärung des Mordes keine Hilfe, im Gegenteil. Wallace entsorgt die Leiche, indem er diese von schwarzen Arbeitern verbrennen lässt.
Lamar Potts gibt nicht auf und findet nicht verbrannte Knochensplitter. Wallace jedoch nimmt an, dass ihm
nichts passieren kann, weil Potts Zeugen Schwarze sind. "In ganz Georgia ist noch nie ein weißer
Mann aufgrund der Aussage eines Niggers verurteilt worden." Dennoch kommt es zur
Gerichtsverhandlung. Als Zeugin tritt unter anderem Miss Mayhayley (June Carter Cash) auf. Das
Blatt wendet sich. Viele Leute aus Maryweather sehen nun offenbar die Chance sich dem Joch von
Wallace zu entziehen. Einige, insbesondere die Schwarzen, sagen gegen Wallace aus. Andere
Zeugen, die eigentlich für Wallace Aussagen sollten, halten den Mund. Wallace selbst redet sich mit
seiner eigenen Aussage um Kopf und Kragen. Das Urteil für John Wallace: Tod auf dem elektrischen Stuhl.
Noch immer glaubt Wallace daran zu gewinnen und geht davon aus, dass er begnadigt wird. Doch
begnadigt werden hier nur die Bewohner von Maryweather County, die ihren herzlosen Herrscher nun
endlich los sind. Eindrucksvoll dann die Szene, in der Lamar Potts das Gefängnis frühzeitig verlässt, um nicht der Hinrichtung beiwohnen zu müssen.
Regisseur Gary Nelson ist 1982 eine eindrucksvolles Schauspiel über Gerechtigkeit, Größenwahn,
Rassismus, Selbstjustiz und Macht gelungen. Der Film basiert auf den Roman von Margaret Anne Barnes.
Johnny Cash, der vor einigen Wochen seinen siebzigsten Geburtstag feiern konnte, liefert hier eine
eindrucksvolle Schauspielleistung ab. Für mich der beste aller Filme, die Johnny Cash gedreht hat.
Allerdings wer hier auf Country Musik wartet, wartet vergebens. Dies ist kein Film mit dem Sänger Johnny Cash, sondern vielmehr ein Film des Menschenrechtlers Johnny Cash.
Andy Griffith, der den meisten in der Rolle des Anwaltes Matlock bekannt sein dürfte, hier als
Angeklagten vor Gericht zu sehen ist, neben der ebenfalls sehr guten Schauspielleistung, sicher ein weiterer Punkt auf der Unterhaltungswertskala.
In sehr gut sortiertem Fachhandel ist der Film als Video zu bekommen, eine DVD Veröffentlichung ist
mir bis heute nicht bekannt. Bereits mehrfach wurde Murder in Coweta County in einer sehr guten
Synchronfassung im deutschen Fernsehen gezeigt, das lässt auf weitere Wiederholungen hoffen.
Thomas Fürst
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