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Bayern-Polka-Papp-Country und gute Musik
Im Cafe Peter Boysen trafen sich der Bassist Benjamin
Hüllenkremer und Thomas Fürst vom Music-Eagle zum Interview. Ein Gespräch in dem insbesondere die unglaubliche Vielseitigkeit des Bassisten klar wird. In
gemütlicher Atmosphäre wurden fast zwei Stunden geplaudert, Kuchen gegessen und Kaffee getrunken. Die
Highlights sind hier nun nachzulesen. Benjamin spricht über sich, über Ramelsloh, über seine Band und über Country Musik.
Music-Eagle (ME): Ich fang einfach so an, wie wir immer
anfangen. Wie heißt Du und wann und wo bist Du geboren?
Benjamin Hüllenkremer (BH): Ich heiße so, wie ich mich
auch sonst nenne. Geboren bin ich selben Tag wie Paul McCartney, nur ein paar Jahre später. Nämlich am 18. Juni 1963 in Aachen.
ME: Was hat Dich dann nach Hamburg getrieben?
BH: Ich finde Hamburg ist eine der schönsten Städte.
ME: In welchem Stadtteil lebst Du?
BH: In Winterhude an der Grenze zu Barmbek, das finde ich schön. Vorher lebte ich in Volksdorf, das
fand ich nicht so schön. Da ging es bei den Nachbarn nur um Gartenpflege und Kindererziehung. Das war nicht so meine Welt.
ME: Hast Du selbst Kinder?
BH: Ja ich habe drei Kinder.
ME: Bist Du wegen der Musik nach Hamburg gekommen?
BH: Ja. Ich habe mir damals überlegt, dass ich in Aachen schon relativ viel gesehen und gemacht
habe. Das einzige Tonstudio, das da war, war auch nicht auftragsreich, dass man da irgendeine
Perspektive sehen konnte. Also wenn es da einen Bass zu spielen gab, dann habe ich den gespielt.
Aber das war halt nicht so häufig der Fall. Und darum zog es mich weg. Auch mal wegen der
Luftveränderung. Mir war ja klar, ich mache Musik und will das auch weiter machen. Weil das mein
Beruf ist. Das wusste ich übrigens schon ziemlich früh. Ich bin irgendwann so mit 13 Jahren wach
geworden und wusste: Ich werde Bassist. Und habe dann auch alles daran gesetzt es auch zu werden.
ME: Hast Du zu der Zeit schon Bass gespielt?
BH: Nee, das war einfache eine neckische Idee. Ich hatte vorher die klassische Ausbildung.
Blockflöte, F-Flöte, C-Flöte und fünf Jahre Klavierunterricht. Den Klavierunterricht hatte ich aber geschmissen, als mir klar wurde, dass ich mit meiner Klavierlehrerin nicht Beatles Songs spielen
konnte. Denn von denen war ich damals großer Fan und bin es auch immer noch. Und dann wurde ich wach und dachte Bass.
Es war einfach im Kopf drin. Ich habe das dann auch versucht durchzusetzen. Musste den Umweg gehen über ein Jahr lang
Gitarre, weil meine Mutter meinte Bass ist ja viel zu laut und zu teuer und man braucht einen Verstärker und Akustikgitarre ist ja
sowieso das selbe, hat ja auch Saiten. Also bekam ich erst mal eine Akustikgitarre und habe ein Jahr lang genervt, weil ich
versucht habe alle Beatles Songs zu spielen. Da hat meine Mutter gesehen, dass es wohl doch eine Chance hätte mit
einem Bass und der nicht nur in der Ecke stehen würde, sondern auch benutzt wird. Und dann habe ich zum vierzehnten
Geburtstag einen Bass bekommen. Mit einem schönem alten Röhrenradio als Verstärker. Ich hatte dann das Glück, dass ich
sofort in eine Band eingestiegen bin, in die Schulband, die nämlich einen Bassisten suchten. Bassistennot gab es damals
auch schon. Die konnten natürlich alle schon richtig spielen und haben mich dann schwer gefordert. Ich musste also üben und
machen und tun. So nahm das “Unheil” seinen Lauf.
ME: Bassistennot. Bass ist auch heute noch nicht das Lieblings-Instrument der Teenies.
BH: Ja, Bass ist halt ein ganz spezielles Instrument. Er hat eine ungeheure Macht aber die ist nicht
so offensichtlich. Die Gitarre steht immer vorne bekommt den Spot und der Gitarrist spielt das Solo
und Bassist steht irgendwo in der Ecke und wenn man Glück hat hört man ihn auch. Aber Bass ist
eben nicht so aufdringlich. Nach meiner Musiklehrer Erfahrung sind Schlagzeug und Gesang die
beliebtesten Instrumente. Die machen was her. Gesang macht immer was her und ist ein guter Tipp,
man braucht kein Equipment zu schleppen. Naja und Schlagzeug ist einfach klasse, weil es laut ist, denk ich mal.
ME: Du wirfst hier so zwischendurch ein paar Sachen auf den Markt, so schnell kann ich ja gar nicht
nachhaken. Musiklehrer? Erste Band – was machst Du denn heute alles? Das klingt, wie Hans Dampf in allen Gassen.
BH: Ja ich bin neugierig von Natur aus. Ja das hat sich so entwickelt. Ich bin damals, um da
anzuknüpfen, wo wir gerade diese kleinen “Ausrutscher” hatten, in Aachen an einen Punkt gestoßen,
wo ich mir sagte, ich habe mit diesen und jenen Leuten nun bereits gespielt und es gab nicht mehr
viel andere. Ich will Musik machen, also muss ich mich nach einer anderen Stadt umgucken. Da gab’s nicht viele. Es gab Köln, München, Berlin und Hamburg. Köln wollte ich nicht. Das war mir vom
Menschenschlag zu nah dran an Aachen. Ich wollte auch mal was anderes sehen. Also wollte ich woanders hin. München war
mir immer schon suspekt und ist es auch immer noch, auch wenn es sich ein bisschen gebessert hat. Auf die Bayern konnte
ich einfach nicht. Also bleib Berlin und Hamburg. In beiden Städten kannte ich ein paar Leute. Ich habe mich dann bewusst
für Hamburg entschieden. Ich hatte das Gefühl, in Berlin wird viel geredet aber es passiert nicht so viel und in Hamburg gibt es das
typische hamburger Understatement. Diese trockene norddeutsche Art, die ich extrem mochte, nix sabbeln, sondern
Dir wortlos etwas vorspielen, wo du dich lang hinlegst, weil es so geil ist aber da wird nicht groß ein Wort drüber verloren. Und
Berlin wird tierisch was erzählt und dann ist es doch nicht sooo toll. Natürlich liegt das auch den Leuten, die ich damals da
kannte. Jedenfalls war der Impuls nach Hamburg zu gehen. Und wie das dann manchmal so ist im Leben, klingelte dann mein
Telefon. Und es rief Udo Dahmen an, der Schlagzeuger und der
fragte, ob ich nicht Lust und Zeit hätte in Hamburg an einer Produktion mitzuarbeiten. Und zwar bei
seiner Band, es gäbe kein Geld aber warum nicht. Natürlich Koffer gepackt und auf nach Hamburg
und hab da mit Udo, Manne Rührup, Charlie Steinberg eine Produktion aufgenommen von einer Band,
die hieß Die Direktion. Das war halt Udos eigene Band. Das war mein erster Kontakt nach Hamburg.
Ich bin dann am Anfang immer hin und her gefahren, brav mit Koffer und Bass. Das Studio war
allerdings gar nicht in Hamburg, sondern in Wilster, das Delta Studio. Ich fühlte mich da dann auch
sehr bestätigt, es gefiel mehr sehr gut. Die “trockene” Atmosphäre gefiel mir. Ich hatte dann das
Glück, dass in Udos Wohngemeinschaft ein Zimmer frei war und so hat sich alles immer mehr nach
Hamburg verlagert und irgendwann bin ich dann einfach hier geblieben. Als ich dann da war ging es
rasant weiter. Ich habe dann damals in der Drumburg mit Musikern getroffen, um Freejazz und so was
zu machen. Und da klingelte dann irgendwann das Telefon und Inga Rumpf war dran. Und Inga Rumpf
hat gesagt: “ich hab’ gehört, Du bist neu in der Stadt und man hört nur gutes und ich suche einen
Bassisten. Möchtest Du mal vorbei kommen?” Na klar bin ich vorbei gekommen und hoppladihopp war
ich in der Band von Inga Rumpf. Im zarten Alter von neunzehn habe ich dann eine riesen Tour mit Inga
gemacht. So über zwei Jahre haben wir zusammen gearbeitet. Wir haben eine Platte aufgenommen,
Inga Rumpf und der Bund, das Projekt, wo sie deutsch gesungen hatte und haben über 150 Konzerte
gespielt in Deutschland, Österreich und Schweiz. Ich habe damals viel gelernt. Durch die Geschichte
mit Inga ergab sich eine Geschichte nach der anderen. Zusammen mit Udo Dahmen haben wir dann
viele Leute begleitet, zum Beispiel Georg Danzer, Achim Reichel, Anne Haigis und Manfred
Maurenbrecher, sowohl als Tourband oder auch bei den Aufnahmen. Das hat lange gut funktioniert.
ME: Touren ist aber bei Dir weniger geworden?
BH: Leider. Also wenn ihr mich buchen wollt. Bucht mich! Die ganze Szene hat sich gewandelt.
Sowohl Studio, als auch Live. Die letzte Tour die ich gemacht habe war Pe Werner, das ist nun auch
schon ein paar Jahre her. Das hat auch irre Spaß gemacht. Aber insgesamt ist Tour im Moment tote Hose, wie im Studiobereich auch.
ME: Aber im Studio gehörst Du doch noch zu den besser beschäftigten?
BH: Ja. Aber es ist ja relativ. Ich bin zwar noch einer von den besser beschäftigten aber das heisst nicht, dass es viele Jobs gibt.
ME: Hat sich das verlagert, aus Hamburg weg einfach?
BH: Nee es insgesamt weniger geworden. Ich glaube nicht, dass das eine Hamburg spezifische
Geschichte ist. Durch die Computerisierung hat sich da eine Menge getan. Also die Entwicklung hat
ja erst mal die Schlagzeuger getroffen, als die Drummachines aufkamen. Dann als nächstes uns, die
Bassisten. Man dachte zunächst man könnte ohne Schlagzeuger und Bassisten arbeiten. Inzwischen
werden ja wieder Aufnahmen mit Musikern gemacht aber die Budgets sind viel kleiner geworden, die
heute für eine Produktion ausgegeben werden. Und die Technik wird im Gegenzug immer besser. Als
Beispiel, mit meiner eigenen Band habe ich die Vorproduktion auf einem Laptop gemacht, das Studio,
was ich mal hatte, habe ich verkauft, man braucht es einfach effektiv so nicht mehr. Also außer man
will eine Band aufnehmen. Die meisten Produzenten arbeiten heute eben mit Computern.
ME: Hast Du denn aufgrund der Situation in den Studios Dein weiteres Standbein, Musiklehrer
angefangen?
BH: Nein, das war schon vorher, Schon zu einer Zeit, als ich als Bassist noch mehr zu tun hatte, als
heute. Das ergab sich, weil ich schon früh angefangen hatte auf privater Basis zu unterrichten, schon
damals in Aachen, einfach um ein bisschen was zu verdienen und weil es Spaß macht. Ich denke
einfach auch, als Lehrer lernt man genauso viel, wie als Schüler. Und als ich nach Hamburg kam wurde irgendwann die Yamahamusicstation gegründet. Das war vom Konzept ein Ableger von der
Hochschule. Da wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte da zu unterrichten, als Basslehrer und als Rhythmuslehrer, also die sogenannten Rhythm &
Groove Kurse. Außerdem hatten die da ein kleines Studio und ich habe als Bandtrainer dort gearbeitet. Ich nutzte die Gelegenheit und setzte
mich mit Studiotechnik auseinander. Ich habe dann mit Udo Dahmen zusammen ein paar Sachen produziert, Das Auge Gottes zum Beispiel,
eine Band aus Schwerin. Die ein erfolgreicher Newcomer war. Jedenfalls habe ich mich damals eben mit Studiotechnik und auch dem Abmischen
von Produktionen befasst und dies zusammen mit dem Lehrer als weiteres Standbein angesehen, weil mir klar war, nur Bassist reicht irgendwann nicht mehr.
ME: Ich weiß von Dir, dass Du auch irgendwelche Programmierungen
am Computer machst. Ist das was mit Musik oder was völlig anderes und evtl. sogar ein noch weiteres Standbein?
BH: Das ist das nächste Standbein. Manchmal kommen Sachen zu mir,
wie die Jungfrau zum Kinde. Das ergab sich daraus, dass ich schon sehr früh viel mit Computern
gearbeitet habe. Der berühmte Commodore 64 – der berühmte C64 – war mein erster Computer. Ich
habe sehr früh angefangen damit Musik zu machen. Ich habe mit den ersten Sequenzerprogrammen
gearbeitet und habe damit Filmmusik gemacht. Für verschiedene Serien im WDR oder BFBS. Eine
Produktion, wo es um Bildhauer ging. Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt über Atari zu
Macintosh, Powerbook und so. Da lernte ich dann viele andere Programme kennen. Und eines Tages
rief einer an fragte mich, weil ich mich mit Computern so gut auskennen würde, ob ich eine Idee hätte,
wie man eine Musik CD zusätzlich mit einem MultiMedia Teil ausstatten könnte. Und habe dann
gesagt, klar kann ich. Ich habe mir dann eine klasse Software gekauft. Und habe für eine
argentinische Trashmetalband den Multimediapart für die CD gebastelt. Damals habe ich dann
Joachim Gola kennen gelernt, ein Fachmann für solche Programme. Wir beschlossen dann
gemeinsam mehr zusammen arbeiten zu wollen. Wir haben dann eine Multimediafirma gegründet. Wir
haben es dann geschafft für die AOL CDs den Multimediateil zu bauen, ich habe natürlich nebenher
dann auch die Musik und Sprachaufnahmen dafür gemacht. Für Universal Deutschland haben wir die
aller erste Website gemacht und zwei Jahre lang betreut. Für die Band Absolute Beginner haben wir
auch die Website gemacht und sind relativ umtriebig im CD-Rom Bereich gewesen. Die Firma gibt es
nicht mehr aber ich bin immer noch in dem Bereich als weiteres Standbein tätig.
ME: Themawechsel, lass uns mal über Ramelsloh sprechen. Wie bist Du dahin gekommen?
BH: Nils Tuxen. Der unfassbare Nils. Ich habe mit Nils ein paar Sessions gespielt für verschiedene
Leute und da fing das an, dass er mich ein bisschen zur Country Musik gebracht hat. Ich gestehe ja,
das früher für mich Country so ähnlich war, wie das viele meiner Kollegen sehen, nämlich Country
Musik: Igitt igitt, was ist das denn? Ich denke aber da muss man gründlich unterscheiden und das ist
das Problem was wir in Deutschland haben. Es gibt einmal so diese Bayern-Polka-Papp-Country,
also so die etwas dumpfbackigere, aber natürlich auch diese sogenannte New American oder wie
auch immer das genau heißt. Und da gibt es Produktionen, wo man einfach der Länge nach
hinschlägt, wenn man sich das anhört, das ist ja auch überhaupt nicht so wie die Polka Country,
sondern es ist vielmehr Pop, wo die Sänger einen Hut tragen. Wirklich bombastische Produktionen.
Nils hat während der Produktionen immer mal ein Stück Country vorgespielt. Da habe ich schon
gedacht: Boah, was ist den das? Und da ich als Bassist ja darauf stehe, wenn Leute wenig Töne
spielen, die aber an der richtigen Stelle, in der richtigen Lautstärke und in der richtigen Länge fand ich
das denn auf einmal super spannend, was da passiert. Ich habe dann bei paar Produktionen
mitspielen dürfen, die dann schon viel mehr Country waren. Linda Feller und Muck und wie sie alle
heißen. Wo wir einfach das große Vergnügen hatten mit guten Musikern Live im Studio zu stehen und
zu spielen. Was ja heute auch selten geworden ist. Ich habe damals dann viel mit Werner Becker,
Christoph Bendorf und eben Nils Tuxen gearbeitet. Und so habe ich mehr über Country erfahren und
dann fragte Nils irgendwann mal, ob ich nicht mal mit nach Ramelsloh kommen möchte. Und dann bin
ich da einfach mal hin und es mir unheimlichen Spaß gemacht. Und macht es ja auch immer noch.
Ich sehe das immer ein bisschen so wie einen Kegelclub. Nur das ich nicht kegeln fahre, sondern
Musik mache. Man trifft da einfach ein paar Kollegen und stellt sich auf die Bühne und spielt. Und das
was da passiert ist ja völlig unglaublich. Auch das Publikum in Ramelsloh ist ja völlig unfassbar. Man
bekommt Szenenapplaus und die hören genau zu und sie unterscheiden. Einfach toll. Ramelsloh
macht auch deswegen so einen Spaß, weil es da einfach um die Musik geht und nicht um
irgendeinen Anspruch, wie Charts, Geld, Firma. Eines morgens bin ich wach geworden und dachte,
Du machst und tust, redest mit Plattenfirmen usw. aber Musik kommt dabei zu kurz und das ist das
tolle an Ramelsloh, es geht einfach nur um Musik. So was gibt es viel zu wenig. Und alle Musiker die einmal da waren sind begeistert und kommen wieder.
ME: Aber Du hast eine eigene Band. Erzähl was dazu bitte.
BH: Die Band, ja die Chillies. Ja, die hat genau diesen Anlass, Musik machen! Wir machen
handgemachte Chillout Musik. Und zwar ging ich an einem sonnigen Tag meine Straße, da wo ich
wohne, runter und traf Henrik Schaper im Telefonladen. Wir standen dann noch eine Weile draußen vor dem Laden und
haben uns darüber unterhalten, dass man heute als Musiker eigentlich zu wenig Musik macht. Das man zwar spielt und
macht und tut aber eigentlich zu wenig Musik dabei produziert. Da haben wir beschlossen, dass wir das ändern wollen und
zwar aus Lust und Laune, ohne dabei an Geld oder irgend etwas zu denken. Sondern wirklich nur um Musik zu machen.
Wir haben beschlossen uns einfach mal im Proberaum zu treffen und einfach zu jammen. Er sagte dann, er würde noch
einen Gitarristen und einen Percussionspieler. Das gefiel mir gut. Wir haben auch beschlossen keinen Schlagzeuger zu
nehmen, weil die immer so laut sind. Wir haben uns dann hingestellt und haben einfach Musik gemacht. Wir hatten das
gleich auf eine MiniDisk aufgezeichnet und haben hinterher festgestellt, das uns das gut gefällt. Wir hatten spontan einen
Sound der nach was klingt. Beim zweiten mal hatte ich dann meinen Laptop dabei, der hat Drumloops abgespielt. Und wir
haben uns das angehört und fanden das einfach klasse. Alles was wir spielen ist frei improvisiert. Meistens sind unsere
Stücke ziemlich lang. Die folgenden Jamsession habe wir dann auch immer aufgezeichnet. Ich habe die dann nachbearbeitet.
Sprachsamples und so was als Gewürz dazu gegeben. Das hat uns dann auch gut gefallen. Und wir
haben überlegt, wie gehen wir vor? Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, erst mal ein Produkt,
also eine CD zu produzieren. Haben uns also gemütlich hingestellt und gespielt. Dazu haben wir noch
Sängerinnen eingeladen. Die Highlights haben wir dann zusammen geschnitten. Zur Zeit sind wir
dabei die Aufnahmen abzumischen. Mal sehen wie es weiter geht. Ihr könnt ja mal ins Internet unter
www.diechillies.de gucken. Es gibt sogar einen Verleger, der das Projekt gerne hätte. Wir sind
gespannt. Wir haben das Angebot einen Surroundmix zu machen. Also Musik hören nicht nur von
vorne, sondern auch von hinten. Das abgefahrenste was ich in letzter Zeit gehört habe. Das hat uns
so begeistert, dass wir auf unserer Website jetzt einen Surraoundmix zum kostenlosen runterladen
haben. Das geniale ist, es ist mit einem Verfahren encodiert, das DTS heißt, was mit den normalen
DVD-Playern abgespielt werden kann. Man kann also einfach dieses File aus dem Netz runterladen.
Mit einem ganz normalen Brennprogramm auf eine Audio-CD brennen. Also man muss es nicht auf
eine DVD brennen! Auf unserer Web-Site wird genau erklärt wie es geht.
ME: Hast Du Dir denn inzwischen privat einige Country Sachen zugelegt?
BH: Ich bin ja ein CD-Kauf-Muffel. Ich kaufe ganz ganz selten CDs. Ich bin auch nicht der MP3
-Sauger. Ich kriege manchmal CDs zugesteckt von Leuten. Ich bin ja völlig geflasht von Brad Paisley.
Alter Schwede – geil, die CD habe ich mal geschenkt bekommen. Ich höre öfter mal Sachen, zum
Beispiel bei Nils im Auto. Aber ich habe halt nicht den Antrieb in Plattenladen zu gehen und kaufe mir
eine Platte. Und bei den guten Country Sachen da geht echt manchmal der Hut hoch, einfach klasse.
ME: Mit den alten Country Sachen, wie Johnny Cash und Willie Nelson kannst Du nicht soviel
anfangen?
BH: Ich find Johnny Cash ganz lustig. Es macht mir Spaß ihn manchmal zu hören. Ich kann es aber
nicht immer hören. Aber Songs, wie A Boy Named Sue haben einfach einen guten Witz, wie auch bei
Brad Paisley manchmal vor kommt. Also guter Textwitz. Ist mir manchmal schon zu klassisch. Aber
auf der anderen Seite gibt es aber Klassiker, die mir unheimlich Spaß machen zu spielen. Also nicht
alles was alt ist, ist mir zu Country mäßig. Da gibt es einfach Songs die sind genial komponiert. Das
finde ich bei Country übrigens auch klasse, dass es mit einfachen Kompositionstechniken
hervorragende Songs gibt. Da habe ich eine große Hochachtung vor, wenn jemand so was komponieren kann.
ME: Hast Du für Zukunft im Moment irgendwelche Pläne?
BH: Das große Ziel für die Zukunft ist dabei zu bleiben, soviel Musik wie es geht und so wenig
programmieren müssen wie möglich. Meine eigene Band, die Chillies, ist mir sehr wichtig.
ME: Benjamin, ich danke Dir ganz herzlich für dieses Interview, es hat Spaß gemacht.
BH: Mir hat es auch Spaß gemacht. Guck doch noch mal auf www.bassist.de, das ist auch eine
Seite im Internet von mir.
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