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KONZERTE

[Zum Inhalt Konzertberichte]

Kinky Friedman - They Ain´t Makin´ Jews Like Kinky Anymore

(aus Music-Eagle Oktober 1999)

In der Country Musik gibt es nur wenige Kultstars. Einer dieser außergewöhnlichen Künstler ist Kinky Friedman. Als der MUSIC-EAGLE in der letzten Ausgabe über die CD Pearls In The Snow berichtete, ahnten wir nicht, dass Kinky nach Deutschland kommen würde. Die Redaktion des MUSIC-EAGLE hielt dies sogar für ausgeschlossen. Doch Kinky will nun sieben Konzerte in Deutschland geben. Im letzten Jahr hatte Kinky erstmals seine Füße auf deutschen Boden gesetzt und zwei ausverkaufte Konzerte in der Passionskirche in Berlin gegeben. Ansonsten mied der jüdische Friedman die Deutschen, wo immer er konnte.

Musikalisch ist Kinky nur schwer in eine Schublade zu packen, am ehesten kann seine Musik mit der Outlaw-Country-Music der 70er-Jahre verglichen werden. Den meisten Wert legt Kinky auf seine Texte. Die oft voller Anspielungen und Sarkasmus sind. Kinky stellt stets klar, dass er Jude ist, jedoch nicht kritiklos anderen Juden gegenüber. Songs wie They Ain´t Makin´ Jews Like Jesus Anymore oder Ride `Em Jewboy machen dies deutlich. Aber auch Songs, wie Get Your Biscuits In The Oven And Your Buns In The Bed (wofür er den Titel männliches Chauvinisten Schwein des Jahres von der amerikanischen Organisation der Frauen bekam) sprühen vor Humor. Gerne wird Kinky der Frank Zappa der Country Musik genannt. Das Album Pearls In The Snow, an dem Kinky maßgeblich beteiligt ist, zeigt seine musikalische Entwicklung, so dass er heutigen Hörgewohnheiten mehr als nur entspricht. Wir dürfen sehr auf die Konzerte in Deutschland gespannt sein.

Geboren wurde Richard F. "Big Dick", Kinky, Friedman am 31. Oktober 1944 auf Rio Duckworth (die Familienranch) in Palestine, Texas. 1966 erschien seine erste Single, damals nannte er seine Band King Arthur and the Carrots. Dann ging Kinky mit den Peace Corps nach Borneo und wollte dort den Einwohnern das Frisbeespielen beibringen. Nach seiner Rückkehr 1971 ging er, mit seiner Band The Texas Jewboys, von Texas nach L.A. und sorgte dort für Aufsehen. Von 1973 bis 1976 entstanden die Alben: Sold American, Kinky Friedman und Lasso From El Paso. 1986 erschien das Album Under The Double Ego. Das Album Old Testaments & New Revelations, mit Aufnahmen von 1964 - 1992 erschien Anfang der Neunziger und zuletzt erschien 1995 From One Good American To Another. Stets konnte Kinky namhafte Künstler zur Mitarbeit auf seinen Platten bewegen. In Men´s Room, L.A. spricht Ringo Starr die Stimme von Jesus. Bob Dylan, Willie Nelson und Eric Clapton sind nur einige Namen, die musikalisch an den Alben mitwirkten. Und der heute in der Country Musik berühmte LeeRoy Parnell, war einst Mitglied der Texas Jewboys.
Die hier beschriebenen biographischen Angaben (z.B. Rio Duckworth, Borneo) gehen auf Informationen zurück, die Kinky  über viele Jahre hinweg an die Presse verteilt hat. Der Wahrheitsgehalt lässt sich natürlich nicht prüfen  ;-)

Die langen musikalischen Pausen erklären sich durch die zweite überaus erfolgreiche Karriere des Kinky Friedman als Schriftsteller. 12 Mystery Novellen hat Kinky geschrieben. Über 4 Millionen Leser haben seine Bücher weltweit gekauft. In insgesamt 17 Sprachen wurden die Novellen übersetzt, die meisten auch ins deutsche. Im Mittelpunkt der Bücher steht immer der Kinkster, ein Jude aus Greenvich Village, der früher mal Sänger war.

Thomas Fürst

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