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6. Oktober 2001, Schulaula im Betonbau, nicht das beste Wetter.... Wie soll denn da das Gefühl entstehen in einem
texanischen Honky Tonk zu sein? Geht nicht? Geht doch! Die Veranstalter des Michael Thomason Konzertes in Hamburg haben den Saal des Kurt-Tucholsky-Gymnasiums
in einen liebevoll dekorierten Ort verwandelt. Ob es nun die Tresen an der Rückwand waren, die Fahnen an der Decke,
der Grill im Vorraum alles vermittelte eine gute Laune und man merkte gar nicht mehr, in was für einem Gebäude man
sich da befand. Die Tische und Stühle waren so gestellt, dass jeder die Möglichkeit hatte auf die Bühne zu sehen ohne von den begeisterten Linedancern in der Sicht
behindert zu werden. Ein Beweis dafür, dass so etwas möglich ist. Wenn ein paar Veranstalter mehr, soweit denken würden, dann können alle viel besser zusammen auf
Veranstaltungen Spaß haben und es gäbe viel weniger Streit.
Also das Umfeld stimmte und man hatte eine positive
Grundstimmung, als Michael Thomason die Bühne betrat. Und vom ersten Ton an war klar, das wird ein tolles Konzert.
Als dann noch das Licht im Saal abgedunkelt wurde, fühlte man sich fast wirklich, als sei man grad in
einem texanischen Honky Tonk. Michael Thomasen hatte um sich deutsche Musiker versammelt, die
allesamt das Countryfeeling in sich trugen. Nicht ein einziges mal wurde es laut oder rockig. Es gab
ein kleines Schlagzeug, gespielt von Jens Dunker. Einen Bass gespielt von Don Schmitt. Eine
Rhythmusgitarre und eine akustische Leadgitarre von Rüediger Karahn. Zu hören gab es Songs von
George Strait, Merle Haggard, Michael Thomason selbst und von vielen anderen. Alles Songs waren straight Country ohne Kompromisse an
Kommerz oder modernen oder gar deutschen Hörgewohnheiten. Die akustische Untermahlung der Songs war einfach schön anzuhören und der
Einsatz der akustischen Gitarre als Leadguitar hat mich fasziniert. Zumal der Gitarrist genau wusste, was er spielt und es einfach nur toll klang. Michael
Thomason ist eben Country bis auf die Knochen und das hat er auch dieses mal wieder mit Nachdruck bewiesen. Mit seiner Stimme kann er einen verzaubern
und er hat die seltene Gabe mit nur einem Wort in einem Lied ganze Gefühlswelten auszudrücken. Ich
wünschte mir, dass nur eine handvoll mehr Sänger dies beherrschen würden, dies gilt insbesondere
für Musiker aus Deutschland, von denen viele glauben, einen Text zu können und musikalisch richtig singen zu können, würde für Country ausreichen.
Obwohl Michael ein wirklich langes Gastspiel in Hamburg gab, war die Zeit viel zu kurz. Viele hatten
nach dem Konzert nur noch die Möglichkeit sich mit Bier und Bullenschluck über das Ende der
Musik hinweg zu trösten. Das wirklich tolle an diesem Konzert war, das sowohl die Hardcore-Country
-Fans, als auch die Tänzer bei der Musik voll auf ihre Kosten gekommen sind.
Ich wünsche mir mehr solcher Konzerte und möchte mich bei den Veranstaltern Jenny (siehe
Interview in diesem Heft) und Holger (und natürlich deren Team) bedanken, dass sie immer wieder
den Mut haben so etwas in Hamburg zu machen. Die doch einigermaßen zahlreichen Besucher
werden sicher nur positives von dieser Veranstaltung berichtet haben, so dass es beim nächsten mal so richtig voll wird.
Thomas Fürst
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